Freie Montessori-Schule Darmstadt

Nachfolgend wollen wir Ihnen in Kürze die wesentlichen pädagogischen Elemente unseres Konzeptes vorstellen.
Unser ausführliches pädagogisches Konzept können Sie sich hier herunterladen.

Die wesentlichen Elemente des Lernens an der Freien Montessori-Schule Darmstadt sind:

1. Freie Wahl der Beschäftigung durch das Kind

2. Vorbereitete Umgebung
2.1 Die Räume
2.2 Die Materialien
2.3 Lernformen innerhalb der „Vorbereiteten Umgebung“
2.3.1 Freies Arbeiten
2.3.2 Freies Spiel
2.3.3 Freie Bewegungsentwicklung
2.3.4 Angebote, Kurse und Projekte
2.4 Eine veränderte Rolle der Lehrkraft
2.5 Freiheit und Grenzen

3. Lernen in altersgemischten Gruppen

4. Keine Bewertung durch Noten

5. Transparenz durch Einbeziehung der Eltern

Montessori-Pädagogik am Beispiel des Mathematikunterrichtes
Montessori-Pädagogik am Beispiel des Deutschunterrichtes

Montessori mit Kind

1. Freie Wahl der Beschäftigung durch das Kind

Die Kinder entscheiden frei,


Maria Montessori:

“Fast immer wird dem kleinen Kind und noch vielmehr dem älteren Kind seine Beschäftigung vorgeschrieben. Wir dagegen lassen in all diesen Dingen dem Kind ganz freie Wahl, denn wir haben erkannt, dass auch in der Wahl der Beschäftigung das Kind von starken inneren Motiven geleitet wird.
Das Kind, das seine Beschäftigung alleine wählt, kann damit ein inneres Bedürfnis äußern und befriedigen. Allein das Kind weiß, was seiner Entwicklung Not tut, und eine aufgedrängte Beschäftigung stört seine Entwicklung und sein Gleichgewicht.“

Diese Entscheidungsfreiheit der Kinder ist begründet in dem, was Maria Montessori als "sensible Phasen" bezeichnet. Sie versteht darunter bestimmte Perioden gesteigerter Aufnahmefähigkeit. In solch einer Lernperiode richtet das Kind seine ganze Aufmerksamkeit, sein ganzes Interesse auf das Ausbilden einer bestimmten Fähigkeit, es probiert sich ständig aus, wiederholt und setzt sich mit geeigneten Reizen seiner Umgebung auseinander, die es sich unbewusst oder bewusst aussucht.
Keine dieser Phasen ist von außen direkt beeinflussbar und es ist daher ineffektiv, einem Kind etwas zu vermitteln, wenn die dafür benötigte Phase noch nicht begonnen hat.
In der jeweiligen Phase jedoch muss die gesteigerte Aufnahmebereitschaft des Kindes „gesättigt“ werden, um die Phase nicht ohne Lernerfolg verstreichen zu lassen. Dazu ist es sinnvoll, dem Kind Materialien zur Verfügung zu stellen, über die es spezifische Erkenntnisse gewinnen kann. Grundvoraussetzung hierfür ist die sorgfältig Vorbereitete Umgebung, in der das Kind frei wählen kann, womit es sich beschäftigt, sowie die „weise Zurückhaltung“ des Erwachsenen.

Kinder, die auf Grund ungeeigneter Kindheitserlebnisse die Fähigkeit zu entscheiden verloren haben, erfahren Unterstützung bei der Wahl einer Tätigkeit durch die LernbegleiterIn. Das bedeutet unter anderem Motivationsunterstützung und Anregung zum eigenen Tun.

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2. Vorbereitete Umgebung

Die Vorbereitete Umgebung ist die Voraussetzung für selbst bestimmtes und selbst tätiges Lernen. Für uns sind dabei folgende Punkte wichtig:

2.1 Die Räume

Die Innenbereiche halten eine Vielzahl von Lern-, Spiel-, Experimentier- und Erfahrungsangeboten bereit. Es wird – in Abhängigkeit von den Möglichkeiten - einen größeren Raum für stilles konzentriertes Arbeiten geben sowie mehrere kleinere für Gespräche (u.a. auch Englischangebot), Essen, Basteln, Werken, Musizieren.
Um dem Bedürfnis nach Bewegung Rechnung zu tragen, soll es innerhalb der Vorbereiteten Umgebung auch einen speziellen Bewegungsraum geben.
Auch im Außenbereich wird dem Bewegungsbedürfnis der Kinder Rechnung getragen. Andererseits ist der Kontakt zur Natur ein wichtiger Lernaspekt, so dass auch Waldbesuche, Gartenarbeit, die Gestaltung des Außengeländes auch durch die Kinder und evtl. die Haltung von Kleintieren im Außengelände prinzipiell vorgesehen sind.

2.2 Die Materialien

In der Vorbereiteten Umgebung finden die Kinder eine reichhaltige Fülle von sowohl „strukturierten“ als auch „unstrukturierten“ Materialien, die zu Tätigkeiten aller Art – alleine oder miteinander – verlocken. Alle Materialien sind für alle Kinder offen zugänglich. Es stehen Materialien zur Verfügung für Mathematik, Sprache, Natur- und Sachkunde, Bauen, Werken, Malen, Bewegung, Theater, Musik und Entspannung.

Montessori mit Kind

„Strukturierte“ Materialien sind – zum größten Teil von Montessori entwickelte - didaktische, also Lernmaterialien, die dem Erwerb einer bestimmten Fähigkeit dienen (z.B. Rechen- und Schreibmaterialien). Die Lernmaterialien versinnbildlichen abstrakte Lerninhalte und machen diese durch konkretes Handeln erfahrbar.
Durch ihre ästhetische Gestaltung besitzen sie einen hohen Aufforderungscharakter – Sie fordern heraus zum Be-Greifen.
Sie beziehen Sinne und Bewegung ein und ermöglichen selbst bestimmtes und selbst tätiges Lernen.
Die meisten Materialien bauen so aufeinander auf, dass die Kinder immer wieder auf Bekanntes treffen, wenn sie ein neues Material auswählen.
Die eingebaute Fehlerkontrolle macht sie unabhängig von der Beurteilung durch die Erwachsenen.

Mit „unstrukturierten“ Materialien sind solche gemeint, die auf vielfältige Art und Weise Verwendung finden können, je nach Ideenlust und Experimentierfreude der Kinder (z.B. Bauklötze, Schnüre, Wolle, Stoffe, Farben, Knete, Sand, Wasser, Holz, Verkleidungen).

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2.3 Lernformen innerhalb der „Vorbereiteten Umgebung“


2.3.1 Freies Arbeiten

In der freien Arbeit finden die vielen Lernmaterialien ihre Verwendung. Als wesentlicher Aspekt dieser didaktischen Materialien sei an dieser Stelle nochmals die Möglichkeit der Selbstkontrolle betont, die Kinder unabhängig und damit „frei“ vom Erwachsenen macht.


2.3.2 Freies Spiel

„Spielen und Sich-Bewegen sind elementare kindliche Bedürfnisse. Als positive Lebensäußerungen fördern sie Gesundheit und Wohlbefinden. Sie unterstützen die psychomotorische, emotionale und soziale Entwicklung und tragen zur Ausbildung kognitiver Strukturen bei.“
(aus: Hessisches Kultusministerium: Rahmenplan Grundschule, S. 20)

Freie Spiele erscheinen uns Erwachsenen oft unnötig und überflüssig, da sie keinen Bildungswert zu besitzen und nicht auf die Zukunft und das Leben vorzubereiten scheinen. Doch tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Denn das Spielen ist die Aneignungsform, die Kinder mit auf die Welt bringen, um sich eben diese zu eigen zu machen. Jede spielerische und kreative Interaktion mit der Umwelt erzeugt die innere Vernetzung in den neurologischen Systemen, welche die Basis bildet für das ‚Be-greifen’ und das Verstehen der Welt.
Im Rollenspiel schaffen sich Kinder Symbole – eine Fähigkeit, die uns Menschen auszeichnet und reiche Entwicklungsmöglichkeiten bereithält. Beim Spiel üben die Kinder ihre Motorik, ihre Sprache und später auch andere Fertigkeiten wie z.B. Rechnen und Schreiben, drücken Gefühle aus, erfahren Grenzen und erleben soziales Miteinander.

Aus diesem Grund hat das freie Spiel in der Freien Montessori-Schule Darmstadt einen großen Stellenwert. Es dient nicht als Abwechslung vom Lernen, die gelegentlich in Pausen statt findet, sondern wird als eigenständige Lernform anerkannt, welcher eine zentrale Bedeutung zugeschrieben wird.

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2.3.3 Freie Bewegungsentwicklung

Die Bewegungspädagogik in der Freien Montessori-Schule Darmstadt berücksichtigt u.a. die Erkenntnisse von Elfriede Hengstenberg und Emmi Pikler.

Wir wissen, dass Kinder nach Phasen konzentrierten Arbeitens auch Bewegungsphasen brauchen, in denen die Körperhaltung gelockert und das im Kopf Gelernte auch auf körperlicher Ebene integriert wird. Damit die Kinder diesem natürlichen Rhythmus folgen können und den Impuls nach Wechsel nicht verlernen, bieten wir ihnen grundsätzlich Bewegungsfreiheit während des ganzen Schulvormittags. Das heißt, sie können – wie es der Montessori-Pädagogik immanent ist – durch den Raum laufen (z. B. beim Material-Wegbringen oder –Holen). Sie können aber auch, wenn das Bedürfnis nach mehr Bewegung besteht, eine LernbegleiterIn fragen, ob sie mit ihnen in den Bewegungsraum oder nach draußen geht.


2.3.4 Angebote, Kurse und Projekte

Neben freiem Spiel und freier Arbeit, soll es für die Kinder verschiedene Angebote als Lernimpulse geben (z. B. zur Vorstellung eines Lernmaterials oder einer bestimmte Technik oder gemeinsames Singen und Musizieren, Basteln oder Erzählen einer Geschichte).
Bei Bedarf gibt es Kurse unterschiedlicher Zeitdauer, in denen regelmäßig zu festgelegten Themen (z. B. Englisch oder andere Fremdsprachen) gearbeitet werden kann.
In Projekten kann ein bestimmtes Thema intensiv sowie von verschiedenen Seiten bearbeitet werden (z.B. das Anlegen von Beeten, Einkauf von Pflanzen, Pflanzenarten, Bepflanzung, Pflege, Ernte, Weiterverarbeitung usw.). Mehr noch als beim Freien Arbeiten, bei dem in erster Linie das individuelle Lernen betont ist, bieten Projekte die Möglichkeit zu sozialem Lernen, d.h. an einer selbst gestellten Aufgabe gemeinsam zu arbeiten, sie vorzubereiten, umzusetzen, hinterher auszuwerten und ggf. zu präsentieren.
Die Teilnahme an Angeboten, Kursen und Projekten ist freiwillig, aber bei Kursen und Projekten für den gemeinsam abgesprochenen Zeitraum verbindlich.

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2.4 Eine veränderte Rolle der Lehrkraft

Eine wesentliche Bedingung für die Förderung von selbsttätigem und eigenverantwortlichem Lernen ist eine veränderte Rolle der Lehrkraft oder – umfassender betrachtet – eine veränderte Haltung der Erwachsenen gegenüber dem Kind und dem Jugendlichen.
Sie ist gekennzeichnet durch Respekt vor der Persönlichkeit des Kindes und durch das Vertrauen in die dem Kind innewohnenden individuellen Entwicklungskräfte. Die Aufgabe des Erwachsenen ist es, die Entfaltung des „inneren Bauplanes“ (Montessori) durch ihre aufmerksame Begleitung und das Bereitstellen einer Vorbereiteten Umgebung zu unterstützen.
Der Erwachsene muss lernen, seine Vorstellungen, was in einem bestimmten Zusammenhang „gut“ für das Kind ist, abzustreifen. Andernfalls wird er blind für die wahren Bedürfnisse der Kinder. Sie werden gebremst in ihrer Eigenaktivität, in ihrer Selbstbestimmtheit, in ihrer Wahrnehmung der Welt. Letztendlich also in der freien Entfaltung ihres „inneren Bauplans“ - in ihren Entwicklungs- und Lernprozessen.
Wichtig ist außerdem die Fähigkeit zur aufmerksamen Beobachtung. Denn nur so können Erwachsene die Entwicklungsbedürfnisse der Kinder erfassen, ihren Reifestand erspüren, sensible Phasen unterscheiden, Lernhemmnisse oder Entwicklungsprobleme erkennen sowie deren Ursachen aufdecken und die Kinder bei deren Überwindung unterstützen.
Die Lehrkräfte der Freien Montessori-Schule Darmstadt verstehen sich als Lernbegleiter und Lernberater.

Montessori: „Dem Kind gehört der erste Platz, und der Lehrer folgt ihm und unterstützt es. Er muß auf seine eigene Aktivität zugunsten des Kindes ver-zichten. Er muß passiv werden, damit das Kind aktiv werden kann.“

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Montessori mit Kind

2.5 Freiheit und Grenzen

Häufig gibt es Schwierigkeiten, den scheinbaren Widerspruch zwischen festen Grenzen und freier Entscheidung zu verstehen, da der Begriff „Freiheit“ ein Bild von „Unbegrenztheit“ auslöst. Doch jedes Zusammenleben benötigt klare Grenzen, sowohl um den Einzelnen zu schützen, um einen verlässlichen Rahmen, Halt und Geborgenheit zu ermöglichen, als auch um das Miteinander zu ordnen. Grenzen gehören also zum Leben, sind sozusagen lebensnotwendig.
Die Frage ist oft nur, wie Grenzen gesetzt werden sollen. Wegen eigener unangenehmer Erfahrungen verzichten viele Eltern entweder weitgehend auf Grenzen, berauben die Kinder dadurch aber einer wichtigen Orientierungshilfe sowie der Möglichkeit zu lernen, sich gegenseitig zu achten oder auch Material wertzuschätzen. Oder aber sie versuchen, Grenzen durch lange Erklärungen abzuschwächen, womit sie jedoch dem Schmerz der Grenze einen weiteren Schmerz hinzufügen. Denn ein Kind, das versteht, warum die Grenze vorhanden ist, „darf“ seinen Protest sozusagen nicht mehr zeigen oder gar zulassen.
Wenn wir Grenzen setzen, tun wir es daher klar, einfach und verantwortlich, in respektvollem, ruhigem Ton und in persönlicher Sprache, wenn nötig auch mehrfach. Dabei wird die Grenze weder mit Belohnung noch mit Bestrafung bedacht. Löst diese Grenze beim Kind Schmerz aus, so sind wir bei ihm und begleiten es. Eine Grenze darf schmerzen.

In der Freien Montessori-Schule Darmstadt gehören Grenzen also selbstverständlich zum Alltag. Dabei gibt es einerseits feste Grenzen, die unabdingbar für alle gelten, wie beispielsweise Gewaltfreiheit (körperlich und verbal), sorgfältiger Umgang mit Materialien, Achtung vor dem Eigentum anderer, Respekt vor den Bedürfnissen und Wünschen anderer. Andere Regeln der Gemeinschaft werden dagegen gemeinsam mit den Kindern aufgestellt und in regelmäßigen Abständen auf ihre Tauglichkeit hin überprüft.

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3. Lernen in altersgemischten Gruppen

Jahrgangsübergreifende Gruppen fördern individualisiertes Lernen und damit auch die Integration von Kindern mit besonderen Lernbegabungen oder -schwächen. Sie bilden darüber hinaus ein besonders geeignetes Fundament für soziales Lernen.

Es besteht einerseits die Möglichkeit, feste Beziehungen und Freundschaften zu Gleichaltrigen, älteren oder jüngeren Kindern aufzubauen. Gleichzeitig können die Kinder Erfahrungen in unterschiedlichen sozialen Rollen sammeln (z. B in der Rolle des „Neulings", des „Erfahrenen", des „Helfers", des „Hilfe- Annehmenden"), ohne auf Dauer in diesen Rollen festgelegt zu sein.
Die Erfahrung der Heterogenität (bezüglich des Geschlechts, des Alters, des Wissensstandes, der Interessen und der persönlichen Eigenheiten) erleichtert die Entwicklung von gegenseitiger Achtung, Rücksichtnahme und Toleranz.

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4. Keine Bewertung durch Noten


Die Bewertung der Leistung von Kindern hemmt ihre kindliche Experimentierfreude und Kreativität, ihre ursprüngliche Unbekümmertheit im Umgang mit Fehlern und legt die Kinder durch Notenzuweisung fest.
Der innere Drang des Kindes zu forschen, könnte so leicht überlagert werden vom Ringen um Lob und Anerkennung.

In der Freien Montessori-Schule Darmstadt führt die gute Beobachtung der Kinder durch die Lehrkräfte zu regelmäßigen verbalen Entwicklungsberichten, deren Ziel nicht eine „Beurteilung“ im Sinne von „ein Urteil fällen“ ist, sondern das „Erkennen, wo man steht“.

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5. Transparenz durch Einbeziehung der Eltern

Die Einbindung aller am Erziehungs- und Lernprozess Beteiligten und ihre Identifikation mit den im Schulkonzept dargestellten grundsätzlichen Einstellungen zum Lernen und zum Menschenbild spielen für das Gelingen eine wesentliche Rolle.
Zugleich bietet sich den Eltern die Chance, sich in den Prozess einzubringen.

Organisatorischer Rahmen
Unterrichtsbeispiele

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